Verschwindet der Übungsplatz aus der Prüfung? 6 geplante Änderungen – und ein wichtiger Haken
Polen plant, den getrennten Platzteil für Klasse B abzuschaffen und den Fragenkatalog zu verkleinern. UD402 ist aber noch kein geltendes Recht.

Streiche die Übungen auf dem Platz noch nicht aus deinem Lernplan. Am 19. August 2026 gehört der Übungsplatz weiterhin zur polnischen praktischen Prüfung der Klasse B, und die Theorie besteht weiterhin aus 32 Fragen. Die Reform steht bisher als Vorhaben UD402 im Arbeitsprogramm der Regierung – sie ist kein geltendes Gesetz.
Kurz erklärt: Was gilt und was ist nur geplant?
Der aktuelle Stand:
- geltendes Recht: 32 Theoriefragen, 25 Minuten und mindestens 68 von 74 Punkten;
- geltendes Recht: Aufgaben auf dem Übungsplatz bei der praktischen Prüfung der Klasse B;
- geplant: der getrennte Platzteil für B und B1 soll entfallen;
- geplant: der gesamte Fragenkatalog soll kleiner und anders kontrolliert werden;
- offen: endgültiger Gesetzestext und Datum des Inkrafttretens.
Der offizielle Projekteintrag wurde am 28. April 2026 veröffentlicht. Die KPRM stellte am 17. August Version 2.0 ein und nennt nun das dritte Quartal 2026 als geplanten Termin für die Annahme durch den Ministerrat. Das ist ein Zieltermin der Regierungsarbeit, kein Datum für das Inkrafttreten. Der Entwurf wurde weder vom Ministerrat angenommen noch im polnischen Gesetzblatt veröffentlicht.
Der wichtige Haken: Weniger Fragen im Katalog heißt nicht automatisch ein kürzerer Test
Die Formulierung „weniger Fragen“ klingt, als würde die Prüfung von heute 32 Fragen verkürzt. Das Vorhaben spricht jedoch vor allem von einer Verkleinerung des Katalogs, aus dem die Prüfungen zusammengestellt werden.
Das sind zwei verschiedene Zahlen:
- der Katalog umfasst Tausende genehmigte Fragen;
- eine Theorieprüfung enthält derzeit 32 Fragen.
UD402 bestätigt bislang weder weniger als 32 Fragen pro Prüfung noch eine neue Punkteverteilung oder Prüfungsdauer. Konkrete neue Zahlen wären derzeit Spekulation.
1. Der getrennte Platzteil soll für B und B1 entfallen
Kern der Reform ist, grundlegende Aufgaben für die Klassen B und B1 nicht mehr als eigenen Pflichtteil auf dem Übungsplatz zu prüfen.
Parken, Anfahren und Fahrzeugbeherrschung bleiben wichtig. Diese Manöver sollen im echten Straßenverkehr bewertet werden. Der Schwerpunkt würde sich damit von einer isolierten Übung auf die sichere Anwendung im Alltag verschieben.
2. In der Fahrschule bleibt der Platz erhalten
Das Ministerium will den Übungsplatz nicht aus der Ausbildung entfernen. Fahrschüler sollen dort weiterhin die Bedienung des Fahrzeugs und grundlegende Manöver üben, bevor sie in den normalen Verkehr fahren.
Kurz: Der Platz könnte als eigener Prüfungsteil verschwinden, nicht als Lernort.
3. Der Fragenkatalog soll kleiner und aktueller werden
Nach Ansicht des Ministeriums ist die heutige Datenbank zu groß, um sie effizient laufend zu prüfen. Das neue System soll sich stärker an realen Gefahren, geltendem Recht und praktischen Entscheidungen orientieren.
Geplant sind regelmäßige Analysen der Qualität und Schwierigkeit sowie das Entfernen veralteter, unklarer oder ungeeigneter Fragen. Ein fertiger neuer Katalog liegt aber noch nicht vor.
4. Neue Fragen sollen zunächst ohne Wertung getestet werden
Neue Aufgaben könnten zuerst als Pilotfragen erscheinen, bevor sie Punkte beeinflussen. Als Beispiel nennt das Projekt einen nicht gewerteten Teil zu Beginn der Prüfung. So ließe sich prüfen, ob eine Frage verständlich ist und zuverlässig funktioniert.
Wie viele Pilotfragen erscheinen würden und ob dieses Modell unverändert Gesetz wird, ist offen.
5. Ein neues Prüfungszentrum ist vorgesehen
Die bisherige Kommission für Prüfungsfragen soll durch ein Prüfungszentrum in einer dem Infrastrukturminister unterstellten Einrichtung ersetzt werden. Ein Beirat mit Fahrlehrern, Prüfern, WORD-Zentren, Polizei und Verkehrssicherheitsexperten soll es unterstützen.
Das Zentrum soll Fragen erstellen, prüfen und aktualisieren. Dazu ist ein zentrales IT-System für die Datenbank und die Zusammenstellung der Prüfungen vorgesehen.
6. Entscheidungen im echten Verkehr sollen stärker zählen
Die Richtung lautet: weniger auswendig gelernte Abläufe, mehr Gefahrenerkennung und sichere Entscheidungen im Verkehr. Auch moderne Fahrerassistenzsysteme und ihre Grenzen werden im Projekt erwähnt.
Das ist ein Ziel, noch kein vollständiger Prüfungsplan. Eine neue Aufgabenliste und genaue Bewertungskriterien sind nicht veröffentlicht.
Was heute geprüft wird
Bis neue Vorschriften beschlossen, veröffentlicht und in Kraft sind, gilt:
- Theorie: 32 Fragen in 25 Minuten;
- maximal 74 Punkte;
- bestanden ab 68 Punkten;
- Praxis der Klasse B: Aufgaben auf dem Platz und anschließend Fahrt im Straßenverkehr.
Die geltenden Theorieregeln stehen in der geltenden Prüfungsverordnung. Das Gesetz nennt den Übungsplatz weiterhin als Teil der Prüfung für B und B1.
Wann die Reform deine Prüfung wirklich verändert
Eine Pressemitteilung reicht nicht. Es braucht ein beschlossenes Gesetz, seine Veröffentlichung, ein Datum des Inkrafttretens und möglicherweise angepasste Ausführungsverordnungen.
Sei deshalb vorsichtig bei Kursen, die bereits eine Vorbereitung auf die „neue Prüfung 2026“ versprechen. Ohne veröffentlichte Regeln kennt niemand seriös den vollständigen Ablauf.
Was du jetzt tun solltest
- Übe das aktuelle Format mit 32 Fragen und achte auf wiederholbar gute Ergebnisse.
- Bereite die derzeitigen Platzaufgaben einschließlich Rückwärtsfahrt und Anfahren am Hang vor.
- Prüfe organisatorische Hinweise deines WORD.
- Suche bei Reformmeldungen nach Projektnummer, veröffentlichtem Gesetz und genauem Startdatum.
Offizielle Grundlagen sind UD402 im Arbeitsprogramm der Regierung und die Mitteilung des Infrastrukturministeriums „Wir reformieren das Prüfungssystem”. Der Stand wurde am 19. August 2026 geprüft.